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Books on Demand oder KDP

    Wer sein Buch selbst veröffentlichen will, steht früher oder später vor dieser Frage: Books on Demand oder Amazon KDP? Beide Plattformen drucken auf Bestellung, beide kosten wenig, beide sind in wenigen Stunden eingerichtet. Der Unterschied liegt woanders – und er entscheidet darüber, wo Ihr Buch am Ende zu kaufen ist und wie es aussieht, wenn es ankommt.

    Ich setze Bücher für beide Plattformen und sehe die Ergebnisse regelmäßig in gedruckter Form. Deshalb sage ich vorweg, was meine Empfehlung ist: In den meisten Fällen rate ich zu BoD. Warum, erkläre ich im Folgenden – und ebenso, wann Amazon KDP die richtige Wahl ist.

    Cover Herrn Meyers Buchmacherei

    Der Unterschied, auf den es ankommt: der Vertriebsweg

    BoD meldet Ihr Buch nach der Freigabe binnen weniger Werktage in den Großhandelskatalogen an, aus denen der deutschsprachige Buchhandel bestellt – Libri, Umbreit, Zeitfracht und Schweizer Buchzentrum. Ihr Titel ist damit für jede Buchhandlung lieferbar, die kleine um die Ecke ebenso wie Thalia oder Hugendubel, und über tausend Online-Buchshops kommen hinzu. Ein über Amazon KDP veröffentlichtes gedrucktes Buch ist praktisch nur bei Amazon erhältlich. Kleinere Buchhandlungen bestellen in aller Regel nicht bei einem Wettbewerber, der ihnen ohnehin das Geschäft abnimmt. Bei Ketten mag es im Einzelfall funktionieren, verlassen kann man sich darauf nicht. Das ist keine Kleinigkeit. Es entscheidet darüber, ob Sie Ihr Buch bei einer Lesung im örtlichen Buchladen auslegen können, ob eine Buchhandlung es für einen Kunden bestellen kann und ob es überhaupt außerhalb von Amazon sichtbar wird.

    Warum ich zu BoD rate

    Die Druckqualität ist planbar. Amazon lässt je nach Auslastung in wechselnden Druckereien in verschiedenen Ländern produzieren. Die Maschinen sind unterschiedlich, das Papier ebenfalls. Dieselbe Datei ergibt dadurch Exemplare mit unterschiedlicher Blockdicke – und weil sich die Rückenbreite aus der Papierstärke ergibt, verschiebt sich die Beschriftung auf dem Buchrücken. Als Setzer berechne ich diese Rückenbreite auf den Millimeter. Wenn das gedruckte Ergebnis davon abweicht, ist die Arbeit umsonst gewesen. Sie haben mehr Auswahl bei der Ausstattung. Cremeweißes oder weißes Papier, Paperback, Hardcover mit geradem oder rundem Rücken, Schutzumschlag, eine bedruckbare Efalin-Buchdecke darunter, Ringbindung für Kochbücher oder Fachtitel – bei BoD lässt sich ein Buch so ausstatten, dass es zum Inhalt passt. Für einen Gedichtband oder eine Festschrift ist das kein Luxus, sondern die halbe Wirkung. Das E-Book ist ohne Aufpreis dabei. Auf Wunsch erstellt BoD aus Ihrer Druckdatei eine barrierefreie E-Book-Fassung und veröffentlicht sie kostenfrei mit – vertrieben über alle relevanten Shops und Leseplattformen, nicht nur über einen einzigen Anbieter. Sie müssen sich also nicht zwischen Print und digital entscheiden. Der Preis ist überschaubar. Die Veröffentlichung kostet einmalig 39 Euro, inklusive ISBN und Eintrag ins Verzeichnis lieferbarer Bücher. Danach fallen keine laufenden Gebühren an, das Buch bleibt gelistet, solange Sie den Vertrag nicht kündigen.

    Wann Amazon KDP die richtige Wahl ist

    Es gibt Fälle, in denen ich KDP empfehle – und dann ohne Vorbehalte. Bei einer reinen Amazon-Strategie. Wenn Sie ohnehin über Amazon vermarkten, dort Werbung schalten und der Buchhandel für Ihr Genre keine Rolle spielt, ist KDP der direktere Weg. Auch die internationale Reichweite spricht dafür, wenn Sie in mehreren Sprachräumen veröffentlichen wollen. Beim reinen Testballon. Wer erst einmal ausprobieren will, ob ein Buch Leser findet, kommt bei KDP ohne jede Anfangsinvestition aus. Ein Punkt zum Mitdenken: Wenn Sie sich bei KDP für das Exklusivprogramm entscheiden, um an den zusätzlichen Ausschüttungen teilzunehmen, dürfen Sie die E-Book-Fassung für die Dauer der Teilnahme nirgendwo sonst anbieten. Das schließt eine parallele Veröffentlichung über BoD aus. Das gedruckte Buch ist davon nicht betroffen.

    Was beide Plattformen kosten

    Bei KDP kostet die Veröffentlichung nichts. Amazon beteiligt sich stattdessen am Verkauf: Beim gedruckten Buch behält Amazon 40 Prozent des Listenpreises, und die Druckkosten werden zusätzlich abgezogen. Beim E-Book wählen Sie zwischen 35 und 70 Prozent, wobei die höhere Stufe an einen Preiskorridor gebunden ist. Der wurde im Juli 2026 nach oben erweitert – prüfen Sie die aktuellen Werte direkt bei KDP, im Netz kursieren noch die alten Zahlen. Bei BoD zahlen Sie die einmaligen 39 Euro und legen den Ladenpreis selbst fest. Ihr Honorar ergibt sich daraus, was nach Druck- und Handelsspanne übrig bleibt – und fällt im BoD-Buchshop höher aus als bei einem Verkauf über den Buchhandel. Welche Plattform am Ende mehr einbringt, lässt sich nicht pauschal sagen. Es hängt an Format, Seitenzahl, Farbigkeit und Ladenpreis. Beide Anbieter stellen Kalkulatoren bereit – rechnen Sie Ihr konkretes Buch durch, bevor Sie sich festlegen.

    Was Ihnen keine der beiden Plattformen abnimmt

    Weder BoD noch Amazon prüfen, was Sie hochladen. Beide drucken die Datei, die Sie liefern. Es gibt keine Instanz, die ein schlechtes Layout aufhält. Der Buchsatz macht aus Ihrem Manuskript ein Buch: Satzspiegel, Schriftwahl, Zeilenabstand, Seitenumbrüche, Kapitelanfänge, Kolumnentitel.. Er entscheidet darüber, ob Ihr Buch nach Verlag aussieht oder nach Word-Ausdruck. Und er ist der Punkt, an dem die häufigsten Fehler passieren – weil viele Autorinnen und Autoren ihr Buch in Word setzen. Word ist ein Schreibprogramm, kein Satzprogramm. Das Cover kommt hinzu. Für ein gedrucktes Buch brauchen Sie nicht nur die Vorderseite, sondern den kompletten Umschlag mit Rücken und Rückseite. Die Rückenbreite ergibt sich aus der endgültigen Seitenzahl und lässt sich erst nach dem Satz berechnen.

    Mein Rat

    Wenn Ihr Buch gedruckt erscheinen und im Buchhandel bestellbar sein soll: BoD. Wenn Sie gezielt auf Amazon setzen und der Buchhandel für Sie keine Rolle spielt: KDP. Wichtiger als die Plattformwahl ist ohnehin, was Sie hochladen. Ein sauber gesetztes Buch wirkt bei beiden Anbietern professionell – ein schlecht gesetztes bei keinem. Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg zu Ihrem Projekt passt, hilft Ihnen meine Selfpublishing-Beratung weiter – oder Sie schreiben mir direkt.