Zum Inhalt springen

Was kostet es, ein Buch zu veröffentlichen?

Ein professionell veröffentlichtes Buch im Selfpublishing kostet in Deutschland je nach Umfang und Anspruch meist zwischen 1.500 und 5.000 Euro. Der größte Posten ist in der Regel das Lektorat (je nach Umfang oft ab ca. 1.000 €). Für den professionellen Buchsatz gibt es drei Wege: das Komplettpaket zum Festpreis (ab 450 €, mit Cover ab 600 €), das Baukastensystem (150 € Grundbetrag, 3,50 € pro Manuskriptseite plus 300 € fürs Cover) oder das individuelle Angebot für Bücher mit Abbildungen, Tabellen oder besonderen Ansprüchen. Ein Buchcover kostet ab 150 € (Vorlage mit eigenem Bildmaterial) bis ca. 300–600 € (individuelle Gestaltung). Der Druck selbst kostet dank Print-on-Demand fast nichts mehr – bezahlt wird pro verkauftem Exemplar. Alle Preise zzgl. 19 % MwSt. Auf dieser Seite finden Sie alle Kostenpunkte im Detail – mit realistischen Preisspannen und dem Hinweis, wo sich Sparen lohnt und wo nicht.

Die Kosten im Überblick

Für einen Roman mit rund 300 Manuskriptseiten können Sie mit folgenden Kosten rechnen:

KostenpunktTypische Kosten
Lektorat / Korrektoratca. 1.000–2.500 €
Buchsatzab 450 € (Festpreis) oder 150 € Grundbetrag plus 3,50 € pro Manuskriptseite
Buchcover150–600 €
Druck (Print-on-Demand)keine Fixkosten – Druckkosten fallen pro verkauftem Exemplar an
ISBNbei den meisten Anbietern kostenfrei enthalten; eigene ISBN ca. 90 €
Pflichtexemplare2 Druckexemplare an die Deutsche Nationalbibliothek (nur Versandkosten)
Gesamtca. 1.500–5.000 €

Alle Dienstleisterpreise zzgl. 19 % MwSt. Die Spannen für Lektorat und Cover sind marktübliche Richtwerte und hängen stark von Umfang und Anspruch ab.

Lektorat und Korrektorat

Das Lektorat ist meist der größte Einzelposten – und der, an dem am häufigsten falsch gespart wird. Ein Korrektoratprüft Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Ein Lektorat geht deutlich tiefer: Stil, Logik, Figuren, Spannungsaufbau. Für einen Roman mit rund 300 Manuskriptseiten liegen die marktüblichen Kosten je nach Leistungstiefe bei etwa 1.000 bis 2.500 €.

Verzichten sollten Sie darauf nicht: Rechtschreibfehler sind der häufigste Kritikpunkt in Leserrezensionen bei Selfpublishing-Titeln – und schlechte Bewertungen lassen sich später kaum noch korrigieren. Wenn das Budget knapp ist, ist ein Korrektorat das Minimum.

Buchsatz und Layout

Der Buchsatz macht aus Ihrem Manuskript ein Buch: Satzspiegel, Schriftwahl, Zeilenabstand, Seitenumbrüche, Kapitelanfänge, Kolumnentitel und Impressum – all das entscheidet darüber, ob Ihr Buch „nach Verlag“ aussieht oder nach Word-Ausdruck. Je nach Projekt gibt es drei Wege:

Komplettpaket zum Festpreis:
Für Romane und Erzählungen ohne Abbildungen – Buchsatz ab 450 €, mit Cover ab 600 €.

Baukastensystem:
Sie wählen Format, Schrift und Cover-Variante selbst – 150 € Grundkosten, 3,50 € pro Manuskriptseite plus 300 € fürs Cover.

Individuelles Angebot:
Für Kinderbücher, Sach- und Fachbücher, Bücher mit Abbildungen oder Tabellen – hier wird jede Seite einzeln gestaltet, das Honorar richtet sich nach dem Aufwand (ab 8 € pro Manuskriptseite).

Eine Manuskriptseite umfasst 1.500 Zeichen einschließlich Leerzeichen. Alle Details finden Sie in der Honorarübersicht.

Buchcover

Das Cover verkauft Ihr Buch – es ist das Erste, was potenzielle Leser sehen, meist als briefmarkengroßes Vorschaubild im Onlineshop. Ein einfaches Cover auf Basis einer vorgefertigten Vorlage mit Ihrem Bildmaterial gibt es ab 150 €. Ein individuell gestaltetes Cover nach Ihren Wünschen kostet ca. 300–600 €. Wichtig bei der Kalkulation: Für ein gedrucktes Buch brauchen Sie nicht nur die Vorderseite, sondern den kompletten Umschlag mit Buchrücken und Rückseite – die Rückenbreite hängt von der endgültigen Seitenzahl ab und kann erst nach dem Buchsatz final berechnet werden.

Druck oder E-Book

Die Zeiten, in denen Sie eine Auflage vorfinanzieren mussten, sind vorbei. Bei Print-on-Demand (z. B. BoD, epubli, tredition, Amazon KDP) wird jedes Exemplar erst gedruckt, wenn es bestellt wurde. Für Sie heißt das: keine Druckkosten im Voraus, kein Lagerrisiko. Die Druckkosten werden pro verkauftem Exemplar direkt vom Verkaufspreis abgezogen – sie bestimmen zusammen mit dem Ladenpreis Ihre Marge.

Ein E-Book hat keine Druckkosten und ist der günstigste Einstieg. Aus einem sauber gesetzten Buch lässt sich die E-Book-Fassung mit überschaubarem Aufwand ableiten. Eine eigene Druckauflage (klassischer Auflagendruck) lohnt sich erst bei größeren Stückzahlen oder besonderen Ausstattungswünschen – etwa Hardcover mit Fadenheftung oder Farbdruck in hoher Qualität.

Was kostet es, ein Buch bei Amazon zu veröffentlichen?

Die Veröffentlichung über Amazon KDP kostet nichts. Kein Setup, keine Grundgebühr, keine Mindestauflage. Genau das führt zu dem Missverständnis, ein Buch bei Amazon zu veröffentlichen sei kostenlos.

Kostenlos ist nur die Plattform. Bezahlt wird auf zwei anderen Wegen: über die Beteiligung am Verkaufspreis und über alles, was passieren muss, bevor die Datei hochgeladen wird.

Die Beteiligung: Beim gedruckten Buch behält Amazon 40 Prozent des Listenpreises, und die Druckkosten werden zusätzlich abgezogen. Was übrig bleibt, ist Ihre Tantieme. Beim E-Book wählen Sie zwischen 35 und 70 Prozent, wobei die höhere Stufe an einen Preiskorridor gebunden ist – der wurde im Juli 2026 nach oben erweitert, prüfen Sie die aktuellen Werte direkt bei KDP. Bei E-Books zieht Amazon in Deutschland außerdem die Mehrwertsteuer ab, bevor gerechnet wird.

Die Vorbereitung: Hier liegen die tatsächlichen Kosten. Amazon druckt, was Sie hochladen – es gibt keine Prüfung, die ein schlechtes Layout aufhält. Das Innenlayout muss als druckfertiges PDF vorliegen, mit korrekten Rändern und Bundstegen. Das Cover braucht die volle Umschlagbreite einschließlich Buchrücken, dessen Maß sich erst aus der endgültigen Seitenzahl ergibt. Stimmt eine dieser Angaben nicht, weist KDP die Datei zurück oder druckt einen Fehler dauerhaft mit.

Deshalb ist die Rechnung bei Amazon dieselbe wie überall: Die Plattform ist der günstigste Teil. Lektorat, Buchsatz und Cover kosten das, was sie kosten – unabhängig davon, wo das Buch anschließend erscheint.

Amazon KDP oder BoD?

Wenn Sie mich fragen, rate ich in den meisten Fällen zu BoD. Zwei Gründe, die mit Kosten nichts zu tun haben:

Die Druckqualität schwankt. Amazon lässt je nach Auslastung in wechselnden Druckereien in verschiedenen Ländern produzieren. Die Maschinen sind unterschiedlich, das Papier ebenfalls. Dieselbe Datei ergibt dadurch Exemplare mit unterschiedlicher Blockdicke – und weil sich die Rückenbreite aus der Papierstärke ergibt, verschiebt sich die Beschriftung auf dem Buchrücken. Verlässlich planbar ist das Ergebnis nicht.

Der Buchhandel bestellt nicht. Ein über KDP veröffentlichtes Buch ist faktisch nur bei Amazon erhältlich. Kleinere Buchhandlungen bestellen in aller Regel nicht bei einem Wettbewerber, der ihnen das Geschäft abnimmt. Bei Ketten mag es im Einzelfall gehen, verlassen kann man sich darauf nicht. Über BoD läuft die Auslieferung dagegen über den regulären Zwischenbuchhandel – Ihr Buch ist damit überall bestellbar.

Ausführlich habe ich beide Anbieter im Beitrag Books on Demand oder Amazon KDP? verglichen.

Was kostet es, ein Buch verlegen zu lassen?

Wer nach den Kosten fürs Verlegenlassen sucht, meint meist etwas anderes als Selfpublishing: einen Verlag, der das Buch übernimmt. Hier lautet die Antwort zunächst überraschend — bei einem seriösen Verlag kostet es Sie nichts.

Das ist keine Kulanz, sondern die Definition des Berufs. Nach dem Verlagsgesetz ist ein Verleger verpflichtet, das Werk auf eigene Rechnung zu vervielfältigen und zu verbreiten. Der Verlag trägt also das wirtschaftliche Risiko, übernimmt Lektorat, Satz, Cover, Druck und Vertrieb — und zahlt Ihnen Tantiemen. Geld fließt vom Verlag zum Autor, nicht umgekehrt.

Der Preis, den Sie zahlen, ist ein anderer: Sie geben Rechte ab, haben bei Titel, Cover und Erscheinungstermin oft wenig mitzureden, und Sie brauchen erst einmal eine Zusage. Die zu bekommen ist der schwierige Teil.

Vorsicht bei Verlagen, die Geld verlangen

Genau an dieser Stelle setzen Anbieter an, die sich Verlag nennen und für die Veröffentlichung Geld verlangen. Die Bezeichnungen wechseln: Druckkostenzuschussverlag, Zuschussverlag, Bezahlverlag, Selbstzahlerverlag. Das Modell ist immer dasselbe — Sie zahlen die Herstellung, der Anbieter trägt kein Risiko.

Der juristische Unterschied ist eindeutig: Ein Verleger vervielfältigt und verbreitet auf eigene Rechnung. Wer sich die Kosten vom Autor bezahlen lässt, tut genau das nicht. Und weil das Geld bereits geflossen ist, besteht wenig Anreiz, das Buch anschließend zu verkaufen.

Woran Sie so ein Angebot erkennen:

  • Eine begeisterte Zusage kommt schnell und ohne inhaltliche Auseinandersetzung mit Ihrem Text.
  • Es wird eine Beteiligung an den Herstellungskosten verlangt, oft vierstellig.
  • Es folgen Nachforderungen für Marketingpakete oder Zweitauflagen.
  • Der Anbieter wirbt aktiv um Manuskripte, statt auszuwählen.

Wenn Sie ohnehin selbst zahlen: Dann zahlen Sie besser für Leistungen, die Sie benennen und prüfen können — Lektorat, Buchsatz, Cover — und behalten die Rechte an Ihrem Buch. Das ist der Weg über Selfpublishing, und er ist in aller Regel deutlich günstiger. Was er kostet, steht weiter oben auf dieser Seite.

Haben Sie bereits einen solchen Vertrag unterschrieben und Zweifel: Lassen Sie ihn von einer Anwältin oder einem Anwalt für Urheber- und Medienrecht prüfen. Auch Autorenverbände und Verbraucherzentralen sind Anlaufstellen.

ISBN und Pflichtexemplare

Die ISBN macht Ihr Buch im Buchhandel bestellbar. Bei den meisten Selfpublishing-Anbietern ist sie kostenfrei enthalten. Eine eigene ISBN – sinnvoll, wenn Sie unabhängig von einem Anbieter bleiben wollen – kaufen Sie bei der ISBN-Agentur der MVB für rund 90 €.

Dazu kommt eine gesetzliche Pflicht, die viele Erstautoren nicht kennen: Von jedem gedruckten Buch müssen zwei Pflichtexemplare unentgeltlich an die Deutsche Nationalbibliothek geschickt werden (Frankfurt und Leipzig), bei E-Books genügt die digitale Ablieferung. Es kostet nur den Versand – vergessen sollte man es trotzdem nicht.

Häufige Fragen zu den Kosten

Was kostet es, ein Buch drucken zu lassen?

Bei Print-on-Demand fallen keine Fixkosten an – gedruckt wird pro Bestellung, die Druckkosten werden vom Verkaufspreis abgezogen und hängen von Seitenzahl, Format und Farbigkeit ab. Ein klassischer Auflagendruck mit eigener Druckerei lohnt sich erst bei größeren Stückzahlen, etwa für Lesungen, den Direktverkauf oder besondere Ausstattung.

Der Buchsatz ist der Posten, den Sie am direktesten beeinflussen können: Bei reinem Fließtext ohne Abbildungen liegt er deutlich niedriger als bei einem bebilderten Sachbuch, bei dem jede Seite einzeln gestaltet wird. Ausschlaggebend sind Umfang, Komplexität des Layouts, Bildmaterial und der Zustand Ihres Manuskripts. Welche Faktoren im Einzelnen zählen und woran Sie ein seriöses Angebot erkennen, erklärt der Beitrag Was kostet ein professioneller Buchsetzer? Die aktuellen Honorare finden Sie in der Honorarübersicht.

Fast nichts – Selfpublishing-Plattformen verlangen keine Grundgebühr, die ISBN ist meist enthalten. Der Preis ist ein anderer: Ohne Korrektorat und professionellen Satz sind Fehler und Laienoptik die häufigsten Gründe für schlechte Rezensionen. Sinnvoll ist der komplette Selbstbau nur, wenn das Buch ausschließlich privat verschenkt wird.

Beim gedruckten Buch bleibt vom Ladenpreis nach Abzug von Handelsanteil und Druckkosten Ihre Marge – bei üblichen Taschenbuchpreisen sind das meist wenige Euro pro Exemplar. Bei E-Books liegt die Beteiligung je nach Anbieter und Preisgestaltung bei etwa 35 bis 70 % des Nettopreises. Entscheidend für den Gesamtverdienst ist die Sichtbarkeit: Ein professioneller Auftritt ist die Voraussetzung, kein Garant.

Der Weg im Selfpublishing: Manuskript fertigstellen und korrigieren lassen, Buchsatz und Cover erstellen, Konto bei einem Anbieter wie BoD, tredition, epubli oder Amazon KDP anlegen, Druckdaten hochladen, Probeexemplar prüfen, veröffentlichen. Danach folgen Pflichtexemplare an die Deutsche Nationalbibliothek und – der eigentliche Dauerlauf – das Buchmarketing.

Technisch ja, und für ein reines Privatprojekt kann das reichen. Word stößt aber bei allem an Grenzen, was ein Buch professionell aussehen lässt: Grauwert des Satzes, Registerhaltigkeit, saubere Silbentrennung, Umbruchkontrolle. Der Unterschied ist für Leser sichtbar – oft ohne dass sie benennen können, woran es liegt.

Die Veröffentlichung über Amazon KDP selbst kostet nichts – Amazon beteiligt sich stattdessen am Verkaufspreis: 40 Prozent beim gedruckten Buch, dazu die Druckkosten. Die tatsächlichen Kosten entstehen vorher, bei Lektorat, Buchsatz und Cover. Wer ein gedrucktes Buch plant, das auch im Buchhandel bestellbar sein soll, sollte BoD gegenüber KDP vorziehen.

Bei einem seriösen Verlag nichts — der Verleger ist gesetzlich verpflichtet, das Werk auf eigene Rechnung zu vervielfältigen und zu verbreiten, und zahlt Ihnen Tantiemen. Verlangt ein „Verlag“ Geld für die Veröffentlichung, handelt es sich um einen Druckkostenzuschussverlag. Dann sind Sie mit Selfpublishing meist günstiger bedient und behalten Ihre Rechte.

Was kostet Ihr Buchprojekt?

Jedes Buch ist anders – ein Roman rechnet sich anders als ein Kinderbuch oder ein Fachbuch mit Abbildungen. Schicken Sie Herrn Meyer eine kurze Nachricht zu Ihrem Projekt: Sie erhalten innerhalb von 24 Stunden ein schriftliches Angebot mit einem konkreten Preis – kostenlos und unverbindlich.